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Routeninfo Frankreich
Via Podiensis für Einsteiger
Französischer Jakobsweg von Conques nach Moissac
 
Impression
 
 
  Via Podiensis / Teilabschnitt: detaillierte Beschreibung
Impressionen
 
 
  4. Tag: Figeac - Cabrerets
19 km/W + 39 km/R = 58 km
Der längsten Tagesetappe dieser Reise treten Sie erwartungsvoll entgegen. Vielleicht erahnen Sie bereits, dass die vor Ihnen liegenden 58 km später zu den schönsten der gesamten Reise gezählt werden können.
Das vertraute Auf und Ab beginnt mit einem Fußweg zu den umliegenden Höhen, von denen man reizvolle Rückblicke auf Figeac hat. Wieder begleiten Sie die kleinen Weiler abseits allen Verkehrs, bis Sie nach zwei Stunden in Faycelles eintreffen. Auf einem Bergrücken gelegen, öffnen sich von hier oben weite Blicke in die beiden Niederungen von Lot und Célé. Das Städtchen gefällt mit seinen alten hübsch herausgeputzten Häusern, errichtet in der typischen Bauweise dieser Region. Liebevoll schmücken ihre Besitzer sie mit allerlei Blütenpflanzen. Offenkundig befinden wir uns im wohlhabenden Einzugsbereich von Figeac. Täglich kommt ein alter umgebauter Lieferwagen und bietet seine Lebensmittel zum Verkauf. Alte Frauen sind dankbar dafür, auch ein betagter Schäferhund bekommt noch seinen Knochen, auf den er geduldig wartet. Der einzige Laden im Ort hat seine wenigen Regale größtenteils mit einem breiten Sortiment an Wasserflaschen gefüllt, ein Verbotsschild für das Betreten mit Rucksäcken spricht für sich.
Von hier aus bringt Sie Ihr Rad bequem nach Béduer. Hier teilt sich der Pilgerweg. Die südliche Variante verläuft über Cajarc, die nördliche, als GR 651 bezeichnet, am Célé entlang. Diese folgt der historischen Route und ist auch unser Weg. So geht es hinter Béduer hinunter ins Tal, durch fruchtbare Auen und später auf gut befahrbarer schmaler Straße entlang. Der Fluss hat sich im Laufe der Zeit tief in die Hochfläche versenkt, die steilen Wände an den Biegungen und ihre farbigen Strukturen geben interessante Aufschlüsse über die Zusammensetzung des Gesteins.
Zwischendurch weichen Sie zu Fuß auf Wege aus, die den urwüchsigen Charakter der Strecke deutlich machen. So führt der Pilgerweg dicht an das schattige Flussufer und zeigt uns in einem feuchten Tunnel aus Ästen und Zweigen seine einzigartige Schattenvegetation. Flechten, Moose, Efeu, Farne aller Art und riesige Exemplare duftenden Buchsbaums gestalten den Weg auf eine märchenhafte Weise. Man müsste diesen Abschnitt eigentlich im Nebel des Tagesanbruchs zurücklegen, mit Liebe zur Fantasie, mit ein wenig Sonnenlicht, Vogelstimmen und dem leisen Gurgeln des Flusses …. Romantiker haben auch am Mittag noch ihre Freude an den verträumten Weilern, den blühenden Gärten und Wiesen. Bunte, hoch aufragende Felsen, in deren Aushöhlungen sich kleine Häuser und sogar winzige Burgen wie Schwalbennester verstecken, lassen diese Strecke nie langweilig werden.
Ab Sauliac steht es Ihnen frei, zu Fuß auf der oberhalb verlaufenden Hochfläche zum Zielort Cabrerets zu wandern, oder die kürzere und schnellere Strecke über den Asphalt zu nehmen. Zweifellos sind die zwei Stunden durch duftenden Buchsbaum und schattige Steineichenwälder bei anhaltender Bewegungsfreude von besonderem Reiz. Die Stille und das warme Abendlicht verleihen Ruhe, Muße und den Freiraum, seinen Gedanken über die großen und kleinen Erlebnisse der vergangenen Tage nachzugehen oder sich in Betrachtungen über den Tag hinaus zu verlieren.
Am Nachmittag bringt Sie das Begleitfahrzeug zur ersten der insgesamt vier Übernachtungen auf dem Gehöft La Metairie Rouge.

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