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Via Podiensis
Französischer Jakobsweg von Le Puy nach St. Jean
 
ImpressionImpressionImpression
 
 
  Via Podiensis: detaillierte Beschreibung
Impressionen
 
 
  20. Tag: Von Navarrenx nach Larceveau
23 km/W + 22 km/R = 45 km
Unsere in der Garage des Hotels abgestellten Räder sind für die ersten Kilometer bis Castetnau schnell zur Hand. Ab dort wird gewandert, und es erwartet uns ein besonders stiller Abschnitt durch einen Staatsforst und über angenehm natürliche Pfade und Wege. Später geht es mit dem Erreichen der Landstraße D 115 wieder mit den Rädern weiter. Das Château Montgaston ist es wert, einen kleinen Abstecher einzulegen, auch wenn die Räder auf den letzten Metern geschoben werden müssen. Nach der Überquerung des Flüsschens Le Saison befinden wir uns nun auf baskischem Boden. Wir verlassen den Pilgerweg, um über die D23 zur D11 zu gelangen, die uns vor Aroue wieder zum GR 65 zurück bringt. Der markierte Weg zweigt mit dem Hinweis auf die ‚Chapelle Olhaiby’ links ab und führt nur langsam ansteigend bis zum Ende des Asphalts. Hier werden die Räder verladen. Nach kurzem Anstieg beginnt ein wunderschöner Höhenweg, der dem Fußwanderer in eindrucksvoller Weise zeigt, wie nah er inzwischen den Pyrenäen gekommen ist. Hier sollte man sich bei geeignetem Wetter Zeit lassen, um das Panorama der blau wirkenden Gebirgswand in sich aufzunehmen. Einen schöneren Aussichtspunkt gibt es in dieser Art kaum noch woanders. Leider führt der Pfad zu bald wieder in die entgegen gesetzte Richtung und wendet sich der kleinen Kapelle Saint-Just von Olhaiby zu. Das romanische Kirchlein weist in seinem Innern eine sehenswerte Empore aus dem 17. Jahrhundert vor. Auf schmalem Sträßchen geht es weiter zur nördlichen verlaufenden D11 und dem Ort Domezain-Berraute.
Nochmals werden die Räder genommen und der Weg in Richtung St. Palais eingeschlagen. Hier ist für uns nicht der Ort selbst von Bedeutung, eher interessiert uns die Stelle, wo unser Le Puy-Weg mit dem Vézelay- und dem Tours-Weg zusammentreffen (der vierte kommt von Arles und vereint sich schließlich auf spanischem Boden bei Puente la Reina). Etwas außerhalb von St. Palais, im kleinen Vorort Hiriburia, steht sie nun: Die runde Steinscheibe auf der Grabsäule, gleich einer aufrecht stehenden Münze, mit einem Pentagramm verziert und beschriftet mit Hinweisen auf die Zubringerstädte. Das eher unscheinbare Denkmal erinnert an Grabsteine alter baskischer Friedhöfe und wird als Stele von Gibraltar bezeichnet, einer Verballhornung des Wortes Salvatorem, was sich in baskischer Sprache wie Chibaltarem anhört. Eine zeitgleiche Begegnung dreier Pilger aus den unterschiedlichen Richtungen wäre hier sicher unvergesslich und wird insgeheim von jedem gewünscht. Wir verladen hier die Räder, die Fortsetzung des empfohlenen Weges ist nur zu Fuß möglich. Der ausgewiesene Weg gleicht einer Büßerstrecke, und wehe dem, der sich im Hochsommer zur Mittagszeit hier hinauf schinden muss! Man sucht nach einer Absicht hinter der Schikane, auf diesem stark ansteigenden und immer geradeaus verlaufenden Schotterweg keine Schattenbäume gepflanzt zu haben, schaut sehnsüchtig auf die unten durch das Tal verlaufende Verkehrsstraße und fragt sich, ob sich über diesen Weg jemals ein Pilger geschleppt hat, als es dafür noch keine zwingenden Gründe sprich Autos gab. Als wäre nichts gewesen, stehen oben auf der Höhe dann Schattenbäume, eine Schutzhütte und jede Menge Wasser zur Verfügung. Mit sich und seiner verschwitzten Wäsche beschäftigt, macht der schönste Ausblick in das umliegende Bergland keinen Spaß.
Der puren Neugierde wegen nehmen auch wir uns diesen Abschnitt vor, immerhin sind wir vom Gepäck befreit. Der nachfolgende Abstieg durch schattige Wälder versöhnt letztlich und gibt der Strecke ihren Sinn. Ostabat, ein Ort von großer Bedeutung im Mittelalter, liegt klein und verschlafen vor uns zur Linken. Er soll einstmals als strategischer Sammelpunkt bis zu 5000 Pilgern Unterkunft geboten haben. Die immense Anzahl der Hospize, Kirchen, Klöster, Wirtschaften und Geldwechselstuben bleibt ungewiss, nichts ist von all dem geblieben. Nur noch eine knappe Stunde ist das heutige Etappenziel Larceveau entfernt, es liegt im Tal und sein Erreichen stellt keine weiteren Anforderungen. Deutlich wird jetzt die spezielle Architektur der baskischen Bauweise. Asymmetrische Dachkonstruktionen sind Tradition, ebenso die Graniteinfassungen und Stürze an Türen und Fenstern. Das kräftige Dunkelrot der Fachwerkbalken, Fensterläden und Balkone setzt auffallende Akzente in das farbenfrohe Landschaftsbild. Es ist heute der letzte gemeinsame Abend unserer Reise, morgen ist Ankunftstag in St. Jean-Pied-de-Port und für manche zugleich Abreisetag. So wird das Ende dieser Tour im Landgasthof des kleinen Übernachtungsortes sicher gebührend gefeiert.

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Tag 21
Von Larceveau nach St. Jean-Pied-de-Port




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