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Routeninfo Frankreich
Via Podiensis
Französischer Jakobsweg von Le Puy nach St. Jean
 
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  Via Podiensis: detaillierte Beschreibung
Impressionen
 
 
  17. Tag: Larressingle nach Lanne-Soubiran
25 km/W + 32 km/R = 57 km
Viele unserer Übernachtungsorte liegen auf Hügeln, und auch diesmal können wir morgens mit den Rädern bequem die 100 Höhenmeter bergab fahren, um an das quer verlaufende Tal der I’Osse zu gelangen. Hier überqueren wir die Jahrhunderte alte Brücke Pont d’Artigues, Aufzeichnungen belegen, dass hier einstmals ein namhaftes Pilgerhospiz stand. Ein großräumiger Blick auf die Karte zeigt, dass der GR 65 in seiner Richtung nach SW fast alle Wasserläufe queren muss, die ihre Wege zur Garonne bzw. direkt zum Atlantik suchen. So ist es ein stetiges Auf- und Ab, und nur selten gibt es Tage, an denen man für längere Zeit einem Talverlauf folgen kann.
Dem GR 65 folgen wir mit den Rädern nur streckenweise, gelegentlich nutzen wir uralte Verbindungswege, die kaum befahren werden, und kommen über eine Hochfläche rasch vorwärts. Vereinzelt passiert man alte stattliche Landgüter, sie passen harmonisch in diese beschaulichen Landschaften. Montréal liegt am Rande der Hochfläche, ein verschlafener Ort mit immerhin einem Einkaufsladen, Bäckerei und einem beschaulichen Marktplatz, auf dem sich das Gekaufte in Ruhe verzehren lässt. Zu Fuß verlassen Sie den Ort und steigen hinab in ein weiteres Quertal. Hier können Sie entweder dem Flüsschen I’Auzoue für eine Weile folgen, oder Sie entscheiden sich für einen kleinen Umweg zur Ausgrabungsstätte von Séviac. Dort hat zur Römerzeit eine reiche Villa gestanden, mit zahlreichen Gebäuden, mehreren Höfen und einer Warmluftheizung. Staunenswert ist die ornamentale Vielfalt der gut erhaltenen Mosaiken. Nach Zusammenschluss beider Wege führt der GR 65 in einen besonders lieblichen und abwechslungsreichen Abschnitt. Weinfelder wechseln mit lichten Waldabschnitten, Kleinbauern versorgen ihre überschaubaren Parzellen.
Durch schattige Hohlwege führt der Pfad, saftig glänzen Efeu und Farne. Plötzlich zeigt sich über einem der imposante Wehrturm von Lamothe, hoch ragt er seit dem 13. Jahrhundert in den Himmel. Eine kleine Kirche mit Glockenmauer und der Friedhof sind neben wenigen Häusern die Reste des Ortes, der im Hundertjährigen Krieg (1337-1453) einer von vielen Schauplätzen war. Der Pilgerweg wird hinter Lamothe über lange Zeit ruhig und ungewohnt eben. Wer es nicht vorher wusste, wird erfreut feststellen, dass er sich nun auf einer aufgegebenen Bahntrasse befindet. Alte verrostete Schilder, Brückengeländer, Schwellen und gelegentlich ein alter Bahnhof mit stillstehender Uhr. Die Stationen dienen inzwischen als Wohnhäuser, sie blieben unverändert und geben gute Einblicke in vergangene Zeiten. Selbst die kleinen Bahnwärterhäuschen wurden zu hübschen Behausungen mit üppig blühendem Fensterschmuck. Auf diesem Abschnitt kommt man schnell und unterhaltsam voran und mancher hofft insgeheim, dass diese Strecke nicht so bald enden möge. Vor den Toren von Eauze endet die Wanderidylle abrupt an einer Industrieanlage, Supermarkt und Stadtverkehr bringen uns zurück zur Realität. Im ruhigen Zentrum gibt es einige kunstvoll gefügte Fachwerkhäuser, einen Arkadenplatz und eine Kathedrale aus dem 15. Jahrhundert zu besichtigen.
Die folgenden 11 km Radstrecke über Sauboires nach Manciet legen wir auf einer Nebenstrecke des GR 65 zurück. Je nach Tagesform und Lust haben Sie dann die Möglichkeit, nach Nogaro (9 km) zu Fuß auf dem Pilgerpfad oder mit dem Rad über Seitenstraßen zu gelangen. Wenn Nogaro nicht gerade durch Veranstaltungen auf der nördlich gelegenen Autorennstrecke belästigt wird, bietet sich ein ruhiges Plätzchen nahe der romanischen Kirche aus dem 11. Jahrhundert. Hier findet man Reste einer Abtei, Pfeiler, Kapitelle und maurische Erinnerungen am Seitenportal sowie fünf reich geschmückte Rundbögen des alten Kreuzganges. Wem der Weg das Ziel ist, wird mit Freude die weitläufigen Umwege gehen, die gelegentlich dem Wanderer anempfohlen werden. Verlockend zeigt sich uns ein Nebensträßchen als direkte Zufahrt zum Tagesziel, dennoch ist es die Pilgerstrecke wert, mit ihren abwechslungsreichen Wäldern, Bachläufen und alten Eichenalleen durchschritten zu werden. Unser Übernachtungsquartier befindet sich heute in einer Ferme, einem Gehöft, dessen Besitzer rechtzeitig die Zeichen der Zeit erkannt und sich dem Pilgertourismus als Nebenerwerb zugewandt haben.

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Tag 18
Von Lanne-Soubiran nach Arzacq-Arraziguet
Tag 19
Von Arzacq-Arraziguet nach Navarrenx
Tag 20
Von Navarrenx nach Larceveau
Tag 21
Von Larceveau nach St. Jean-Pied-de-Port




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