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Via Podiensis
Französischer Jakobsweg von Le Puy nach St. Jean
 
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  Via Podiensis: detaillierte Beschreibung
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  8. Tag: Von Espeyrac nach Conques
13 km/W
Ein feuchter Morgennebel lässt das graue Naturgestein der alten Häuser glänzen, schwarze Erde und dunkle Dächer schaffen krasse Kontraste zu der lieblichen Landschaft, die sie umgibt. Von weitem betrachtet fühlt man sich um Jahrzehnte zurück versetzt, als es noch keine Neubauten und Zersiedlungen am Rande der gewachsenen Ortschaften gab. Die naturhaft wirkende Bauweise der Gebäude entsteht durch die Verwendung unterschiedlicher Größen von Naturgestein, ihre Mauern wirken stets organisch, lebhaft und ästhetisch. Sie passen sich gut in das Landschaftsbild ein, so dass selbst das fahle Licht der tief hängenden Wolken und der Regen keine triste Stimmung erzeugen.
Dass dieser Tag mit nur 13 km Wanderweg durch das grüne Aveyron zu den gemütlichsten gezählt werden kann, hat seinen Sinn. Immerhin steht Conques auf dem Programm, ein Städtchen, das einen Meilenstein auf dem Jakobsweg darstellt und über das mehr als vieles andere geschrieben und berichtet wurde. Vielleicht wird diese Station zum Höhepunkt Ihrer Reise, der äußere Rahmen dafür ist zweifellos gegeben.
Zunächst muss man als Wanderer jedoch aus dem Tal in die umliegenden Höhen steigen. Senergues bietet mit seiner hübschen Kirche einen willkommenen Haltepunkt. Wie schon an anderen Stellen liegt wieder ein Tagebuch aus, in das sich vorbei ziehende Pilger eintragen können. Manche finden hier durch gezielte Mitteilungen Anschluss an ihre Gruppe. Aufmunternde Worte machen Mut, nicht aufzugeben. Teilweise illustriert ist die Lektüre oft unterhaltend, sie gibt aber auch Einblicke in sehr persönliche Gedanken und Schicksale.
Hinter der Kirche ist aus dem ehemaligen Schulgebäude eine Wanderherberge (gîte d'étape) entstanden, die in ihrer Lage und Ausstattung gerne zum Verweilen einlädt. Es zieht uns weiter, vorbei an kleinen Katen mit geschwungenen Dächern und Kaminen an jeder Giebelseite, hoch in die Wiesen und Felder, in denen ferne Bauernhöfe liegen, die man in ihrer harmonischen Ausstrahlung gern betrachtet. Inzwischen hat man die Höhe erreicht, Margeriten färben die Weiden weiß, Blicke gehen weit übers Land. Ein schmales Sträßchen verbindet kleine Weiler, die Leute vor den Türen sind freundlich, und obwohl sie gewohnt sind, mit dem Pilgerstrom zu leben, schauen manche doch recht nachdenklich oder amüsiert hinterdrein.
Plötzlich weist die Markierung ins Gehölz: unwegsam führt der uralte Hohlweg über Geröll und rutschige Wurzeln, unter quer liegenden Stämmen, zwischen Moosen und Farnen hindurch in die Tiefe des Tales, aus dem vielleicht die Mittagsglocken von Conques heraufschallen. Beim Verlassen des kurzen Waldstücks sieht man den Talkessel und die ersten Dächer und Türme vor sich liegen.
Die ersten Eindrücke von Conques geben einem das Gefühl, die Kulisse eines mittelalterlichen Filmes zu betreten. Viele berühmt gewordene Aufnahmen sind hier entstanden und tatsächlich ist der Aveyron mit seinen malerischen Dörfern und Landschaften noch immer ein begehrter Schauplatz für Dreharbeiten.
Ungewohnt früh erreichen Sie heute Ihr Quartier, das sich direkt gegenüber der Klosterkirche befindet.
Die interessante Geschichte wie auch das Schicksal dieses Ortes, seines Klosters und seiner Reliquien, seines Zerfalls und seiner Wiederentdeckung sind spannend und Gegenstand zahlreicher Beschreibungen. Staunend steht man dann unter dem Bogenfeld des Westportals, die in Stein gehauenen Szenen haben den Jahrhunderten standgehalten, über hundert Figuren zeigen in einem einzigartigen Relief himmlische Szenen neben schaurigen Plätzen der Hölle. Gerade die krassen Darstellungen der Unterwelt sind gut verständlich und finden lebhaftes Interesse. Andere Deutungen fallen schwer, die rechte Lesart ist uns wohl abhanden gekommen. Bänke zum Betrachten wären hier angebracht, lange ließe es sich verweilen und bewerten.
Häufig sind es die spirituellen Erlebnisse, von denen später berichtet wird. So gehört ein in der Kirche meditativ verbrachter Abend mit den Gesängen der Ordensbrüder, dem Pilgersegen und dem alten Wallfahrtslied 'Ultreya et Suseia' sowie den anschließenden Orgelimprovisationen wohl zu dem Eindrucksvollsten, was der Pilgerweg zu bieten hat.
In jedem Fall ist Conques ein Ort der zahlreichen Entdeckungen, die man in vielgestaltiger Weise machen kann.

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Tag 9
Von Conques nach Figeac
Tag 10
Von Figeac nach Cabrerets
Tag 11
Von Cabrerets nach La Maîterie Rouge
Tag 12
Von La Maîterie Rouge nach Cahors
Tag 13
Von La Cahors nach Durfort
Tag 14
Von Durfort nach Moissac
Tag 15
Von Moissac nach Lectoure
Tag 16
Von Lectoure nach Larressingle
Tag 17
Von Larressingle nach Lanne-Soubiran
Tag 18
Von Lanne-Soubiran nach Arzacq-Arraziguet
Tag 19
Von Arzacq-Arraziguet nach Navarrenx
Tag 20
Von Navarrenx nach Larceveau
Tag 21
Von Larceveau nach St. Jean-Pied-de-Port




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