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Via de la Plata
Spanischer Jakobsweg von Salamanca nach Santiago u. Finisterre
 
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  Via de la Plata II: Zeitablauf / detaillierte Beschreibung
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  11. Tag: Ourense – Kloster Oseira (700 m)
15 km/W + 10 km/R = 25 km

Es herrscht Sonntagsruhe, in der wir das Gepäck verladen und uns in einem kurzen Transfer über freie Straßen zum Ortsrand von Ourense begeben. Beim Passieren der Miño-Brücke werden Erinnerungen wach an die Pilgerstation Portomarin weiter im Norden, welche einstmals durch die Staumauer in den Wassermassen versank.
Weit westlich der Nationalstraße verläuft eine von zwei Pilgerwegvarianten, der wir den Vorzug geben. Nach anfänglichen Aufstiegen aus dem Tal folgt der markierte Weg durch hübsche Vorortsiedlungen, attraktiv gelegen und mit teilweise südländischer Flora ausgestattet. Der Miño, der nur 50 km hinter Ourense die Grenze nach Portugal bildet und sich nach weiteren 100 km in den Atlantik ergießt, ist in seinen unteren Bereichen bevorzugtes Weinanbaugebiet. Namhafte Ribeiros und Albariños entstammen dieser Gegend. Leuchtend rote Bougainvilleas zieren Häuser und Zäune und es wird einem klar, dass diese Ecke Spaniens ihr eigenes Klima aufweist und für Galicien eher untypisch ist.
Für uns wechseln die städtischen Verhältnisse schnell in das vertraute Bild der lieblichen galicischen Landschaften mit ihren lichten Maronen- und Kiefernwäldern, ihren ruhigen Dorfverbindungswegen, die sich zum Teil als Hohlwege tief eingegraben haben und meist beschattet sind. So wird es selten zu warm und niemals langweilig. Gehöfte und Dörfer, alte Brücken, Brunnenanlagen, kleine Bars und wechselnde Wegbeschaffenheiten gestalten die Wanderstunden stets abwechslungsreich.
Nach Überqueren der Nationalstraße stößt man schließlich wieder auf einen gewohnten Kilometerstein. Bis hierher verlief die östliche Variante, der man die rückläufigen Entfernungsangaben zuteilte. Hier findet sich ein schattiges Plätzchen für unser Picknick.

Mit Cea erreicht man ein größeres Dorf, das durch teils verfallene Häuser, urwüchsige Gassen, einem dagegen neu angelegten Dorfplatz mit modernem Glockenturm, einem Postamt, einem Fußballplatz sowie einer Pilgerherberge zwei auffallend gegensätzliche Gesichter hat. Ein Waschhaus am Ortseingang und ein im Nachbarteich errichtetes Entenhaus überraschen im Vorübergehen. Hier sieht man die ersten Eukalyptusbäume. Diese gedeihen auf dem nördlichen Camino interessanterweise auch erst ab diesem Längengrad (man befindet sich auf der Höhe von Melide).
Mit den Rädern nehmen Sie das ruhige Sträßchen, das Sie weit von der Nationalstraße weg gen Norden führt, und folgen später im Tal dem Rio Oseira.

In den sanften Hügeln und Wäldern entspringen zahlreiche Flüsse. Hier versteckt sich auch die Klosteranlage, die man von der Südseite her anfährt und plötzlich in seiner gesamten Breite vor sich sieht. Sehr massiv und zweckmäßig macht die rückseitige Anlage mit ihren streng wirkenden Fenstern und Fassaden einen zunächst abweisenden Eindruck. Vom vorderen Bereich her stellt sich der Komplex wesentlich interessanter und stilistisch abwechslungsreicher dar. Den besten Gesamtüberblick aus erhöhter Position erhält man beim Erkundungsgang auf dem Sträßchen, das uns später weiter nach Westen führt. Vor dem Verfall gerettet und auf bescheidenem Ausstattungsniveau erhalten, vermittelt das gern als galicischer Escorial bezeichnete Kloster mit seinen vielfältigen und lebensnahen Räumlichkeiten überraschende Eindrücke vom Leben im Zisterzienserorden. Als kreatives Refugium diente es mehrmals dem englischen Schriftsteller Graham Greene (1904-1991), worauf man im Hause gerne verweist. Die 14 Klosterbrüder im Alter zwischen 34 und 86 Jahren stellten Pilgern mit ernst zu nehmenden Motiven früher einen Wohntrakt als Gästehaus zur Verfügung. Leider ist es seit 2011 vorerst nicht mehr möglich, wie früher mit der Reisegruppe im Kloster Oseira zu übernachten. Ein Ausweichquartier steht zur Verfügung, auf einen dortigen Ruhetag wird jedoch vorerst verzichtet. Calma-Reisen bedauert dies und bittet um Verständnis.
Der freundliche Padre José Luis, klein, aber mit dem kräftigen Händedruck, der sich seine guten englischen Sprachkenntnisse während eines längeren Englandaufenthaltes angeeignet hat, wird uns mit Stolz und Freude durch sein Kloster führen.
 

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Tag 12
Vom Kloster Oseira nach Silleda
Tag 13
Von Silleda nach Santiago de Compostela
Tag 14
Von Santiago nach Aguapesada
Tag 15
Von Aguapesada nach Dumbria
Tag 16
Von Dumbria über Muxia nach Lires
Tag 17
Von Lires nach Fisterra
Tag 18
Abreise nach Deutschland



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