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Via de la Plata
Spanischer Jakobsweg von Salamanca nach Santiago u. Finisterre
 
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  Via de la Plata II: Zeitablauf / detaillierte Beschreibung
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  8. Tag: A Gudiña – Laza (483 m)
10 km/W + 30 km/R = 40 km

A Gudiña liegt an der Bahnstrecke, die Galicien mit Zentralspanien verbindet. Seit dem Ausbau der Fernstraßen verkehren kaum noch Züge, der stattliche Bahnhof des Ortes wirkt verlassen. Die wenigen Reisenden, die sich im gemütlichen Tempo auf eingleisiger Trasse durch die Lande schaukeln lassen, dürfen es nicht eilig haben. Romantiker oder Ansässige der ausgedünnten Ortschaften erfreuen sich dieses Reliktes vergangener Zeiten und bekommen - abgesehen von den zahlreichen Tunneldurchfahrten – Spanien vom Allerfeinsten geboten. So durchquert die Bahnlinie, der auch unser Pilgerweg über lange Zeit folgt, weit nördlich der Fernstraßen die Randbereiche der Sierra San Mamede. Dieses Bergland trennt uns von der legendären Pilgerstation O Cebreiro im Norden in nur 60 Kilometer Entfernung. Als man die allgemeine Landflucht erkannte, begann man, Staudämme zu bauen und die Täler zu fluten. So entstand um den Rio Camba eine riesige künstliche Seenlandschaft, der Galicien einen Teil seiner Stromlieferungen verdankt. Verlassene Arbeitersiedlungen und Bahnstationen wie in Venda da Capela künden noch heute von den Zeiten des Umbruchs.

So erreichen wir die ersten Bewohner im kleinen Weiler Bolaño, einem Flecken, den man als Balkon Galiciens bezeichnen möchte. Ein älteres Ehepaar lebt hier noch mit seinem gutmütigen Hund. Ihnen gefällt es, dass immerhin gelegentlich ein paar Pilger vorbei schauen. Sicher sind es häufig die gleichen Fragen, mit denen man ins Gespräch kommt: Ja, sie sind die Letzten hier, die Jungen sind alle in die Städte gezogen, ein paar Schafe, Hasen und etwas Federvieh, galicischer Kohl und ein fliegender Händler alle paar Tage, Fernsehen ja, aber kein Telefon. Oder: Gestern kam niemand, die Tage davor waren es Leute aus … , und: Das ferne Alemania und die Bekanntgabe des Reisestartpunktes verleiten die beiden Alten schon mal zu heftigen Ausrufen des Erstaunens. Werke und Haus eines Happening-Künstlers liegen verlassen in der Nachbarschaft, der immer wehende Wind spielt seine Melodien in den drei Stromleitungen am Wege.

Vieles gehört hier der Vergangenheit an und die Erlebnisse mit den letzten Standhaften werden in wenigen Jahren auch Geschichte sein.
Wenn es das Wetter gut meint, so wird die Radstrecke über dieses schmale Asphaltsträßchen mit zu den schönsten Abschnitten des Weges zu zählen sein. Dieser Höhenweg bietet weite Rundblicke sowie das Gefühl, sich abseits aller störenden Einflüsse zu befinden.
Im kleinen Ort Campobecerros ist Treff am Waschhaus, ab hier geht es zu Fuß weiter. Das Gelände steigt stark an, auf der Straße erreicht man das düster wirkende Portocamba. Grauer Schiefer bedeckt die flachen Häuser, die dem widrigen Wetter trotzen, bemooste und verwitterte Balkone und Stiegen glänzen mystisch in feuchtem Grün. Schiefe Häuserfluchten prägen das Bild der engen Gassen, Muhen aus den Ställen und das Schlagen einer Tür im Wind sind häufig die einzigen Geräusche im Ort. Dennoch entstehen an manchen Stellen auffällige Neubauten, die schon von weitem den woanders erworbenen Wohlstand anzeigen. Leider jedoch bleiben diese Türen und Fenster die meiste Zeit des Jahres über verriegelt. So wirken diese Bauten häufig fremd und fehl am Platz.

Das große Holzkreuz hinter dem Ort soll an verstorbene Pilger auf diesem Wege erinnern. Hier zweigt der Fußweg links in das Tal hinab, wir ziehen es jedoch vor, in einem weiten Bogen mit den Rädern bis hinunter nach Laza, unserem Tagesziel, zu radeln.
Oben, noch auf der Höhe um 1000 m, bieten sich vorher verschiedene Gelegenheiten zum Picknick.
Durch Nadelwälder, hochwüchsige Erika-Gewächse und weite Flächen von blühendem Ginster windet sich das Sträßchen hinab nach Cerdedelo. Freie Ausblicke in die bergige Landschaft des Westens reizen immer wieder, die Fahrt zu verlangsamen. Schließlich verschwindet der Weg im Schatten des Seitentales, gesäumt von uralten Kastanienbäumen, die in ihren teils verrotteten Strukturen ein bizarres Bild besonderer Vitalität abgeben.
Das im lieblichen Támega-Tal gelegene Laza liegt 500 m unterhalb der durchfahrenen Höhen dieses Tages, der ruhige Ort wird bestimmt von den fruchtbaren Böden, der Feldwirtschaft sowie dem Bewusstsein, sich weit von allen Verkehrswegen dieser Gegend entfernt zu wissen.
 

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Tag 9
Von Laza nach Los Milagros
Tag 10
Von Los Milagros nach Ourense
Tag 11
Von Ourense zum Kloster Oseira
Tag 12
Vom Kloster Oseira nach Silleda
Tag 13
Von Silleda nach Santiago de Compostela
Tag 14
Von Santiago nach Aguapesada
Tag 15
Von Aguapesada nach Dumbria
Tag 16
Von Dumbria über Muxia nach Lires
Tag 17
Von Lires nach Fisterra
Tag 18
Abreise nach Deutschland



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