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Via de la Plata
Spanischer Jakobsweg von Salamanca nach Santiago u. Finisterre
 
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  Via de la Plata II: Zeitablauf / detaillierte Beschreibung
Impressionen
 
 
  7. Tag: Puebla d.S. – A Gudiña (979 m / 2.037 E)
20 km/W + 25 km/R = 45 km

Die Bergketten, denen wir in den vergangenen Tagen stetig näher kamen, gilt es heute zu überwinden. Immer enger wird das Tal, wenn wir mit den Rädern auf der stillgelegten N 525 in Richtung Requejo fahren. Die Dörfer wirken grau und verlassen, seitdem sich nur noch wenige Durchreisende hier zu einem Kaffee oder einer Übernachtung sehen lassen. Die Autobahn entzieht ihnen das Leben. Dennoch: Wir freuen uns über die beruhigten Verkehrsverhältnisse, machen schließlich Halt am Fuße der mächtig vor uns aufsteigenden Barriere, der wir uns dann durch einen Transfer mit dem Begleitfahrzeug entziehen. Nicht, dass der Anstieg eine physische Überforderung wäre, es sind vielmehr die engen, verwachsenen Pfade hier hinauf, die den Wanderer vor eine harte Prüfung seines pfadfinderischen Könnens stellen. Nachfragen im Ort über die Beschaffenheit des abseitigen Weges werden noch immer mit dem Ratschlag beantwortet, es gäbe keinen gut markierten Pfad und man solle doch lieber auf der Straße laufen. Die im Jahr 1993 bereits angelegten Pfade verwachsen, Zeichen verschwinden, und man sieht wenig Bedarf zur Nachbesserung, da man ohnehin den Asphalt bevorzugt. So drehen sich die Probleme dieses Abschnitts seit geraumer Zeit im Kreise.
Zum Schrecken mancher Pilger wartet oben am Berg der alte Straßentunnel, der mit der Taschenlampe durchquert werden müsste. So sind wir froh, dass wir mit dem Fahrzeug diesen unangenehmen Part bewältigen können.

Hinter dem Tunnel, am Weiler Padornelo, wenn sich auf der Höhe von 1360 m der Blick nach Westen weitet, greifen wir wieder zu den Rädern. Die ehemalige Passstraße windet sich durch alte Dörfer und an steilen Hängen entlang, erstaunlich schmal und kurvig, und man versucht sich eine Vorstellung von dem Chaos der damaligen Verkehrsverhältnisse  zu machen. Tatsache hingegen ist, dass diese Gegend bis zum erfolgten Bau der Autobahn (1998) vom Schwerverkehr gemieden wurde und weitgehend verschont blieb. So lässt sich von oben aus die verwegen angelegte neue Trasse mit den wenigen dahin eilenden Fahrzeugen gut beobachten.
Man fühlt vielleicht die Diskrepanz zwischen der eigenen Ablehnung dieses massiven Eingriffs in die Natur und der Freude, selbst hier zu sein und infrastrukturelle Vorteile in Anspruch nehmen zu können. Untermauert werden solcherlei grundsätzliche Gedanken und Diskussionen durch den Anblick archaisch wirkender Dörfer, die eine Zeit widerspiegeln, in denen es uns selber kaum möglich erschien, diese zu besuchen.
Solchermaßen unterhalten erreicht man per Rad oder zu Fuß die Anhöhe und den Übergang zur Provinzgrenze von Ourense und den Eintritt nach Galicien. Hier, auf 1262 m Höhe, überquert man auf dem Grat die Schnellstraße und schaut vielleicht noch einmal hinab und zurück auf die gigantischen Ausmaße dieses Verkehrsweges. Bevor wir in die immer einsamer werdenden Wege hinab in die Seitentäler verschwinden, können wir bei guten Witterungsverhältnissen hier unsere Mittagspause einlegen.

Sind es auf dem nördlich verlaufenden Camino francés die Kilometersteine, die ab Galicien die Strecke in 500-Meter-Abständen markieren, so haben sich die Verantwortlichen der Via de la Plata eine noch genauere Variante einfallen lassen: Die Wegsteine, auch hier mit den gewohnten Kacheln verziert, geben die verbleibende Entfernung nun bis auf drei Stellen hinterm Komma an. Eine an GPS und moderne Standortbestimmung erinnernde Genauigkeit, über die sich vortrefflich grübeln lässt.
Der Pilgerweg verliert sich in teilweise unübersichtliche Landschaften, die in ihrer einzigartigen Naturbelassenheit und Abgeschiedenheit die Sinne ansprechen. Idyllische Bachläufe begleiten die Wege, und je nach Wassermenge mischen sich ihre Klänge gefällig in die vielfältigen Melodien der Naturgeräusche. Grasendes Vieh in den Auen und Weiden vor dem Hintergrund der auslaufenden Berge geben ein harmonisches Bild ab, die kräftigen Farben des üppigen Grüns und mancherlei Blumen am Wegesrand werden durch die saubere Luft zu einem optischen Ereignis. Hügel und Senken, alte Mühlsteine, Gatter und Brunnen, Trittsteine über Wasserläufe, angespannte Ochsen und Esel, Bauern auf den Feldern, neugierige Menschen in den Weilern, - hier lassen sich ländliche Impressionen besonders intensiv wahrnehmen.
Den Auszeichnern dieses Weges ist es zum Glück gelungen, die Blicke immer wieder auf die sorgfältig angebrachten Markierungen zu lenken, was ein Verlaufen unwahrscheinlich macht.
Über Vilavella erreichen Sie später das Kirchlein vor Perreiro, an dem es sich alternativ gut picknicken ließe und wo Sie auch das Begleitgespann wieder antreffen.
Die Landschaft weitet sich und geht über in ein ansteigendes, felsiges Gelände mit rund geschliffenem, dekorativ wirkendem Granitgestein, dessen plötzliche Existenz auffallend und seine Herkunft fragwürdig ist. Auch in diesen Weiten verliert sich nie die Markierung, man fühlt sich gut aufgehoben. Nach gut 4-stündiger Wanderung erreichen Sie die kleine Ortschaft O Cañizo und treffen dort an der kleinen Bar auf das Begleitfahrzeug, mit dem Sie die restlichen 3 Kilometer nach A Gudiña zum Tagesziel zurücklegen.
 

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Tag 8
Von A Gudiña nach Laza
Tag 9
Von Laza nach Los Milagros
Tag 10
Von Los Milagros nach Ourense
Tag 11
Von Ourense zum Kloster Oseira
Tag 12
Vom Kloster Oseira nach Silleda
Tag 13
Von Silleda nach Santiago de Compostela
Tag 14
Von Santiago nach Aguapesada
Tag 15
Von Aguapesada nach Dumbria
Tag 16
Von Dumbria über Muxia nach Lires
Tag 17
Von Lires nach Fisterra
Tag 18
Abreise nach Deutschland



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