Calma Reisen Logo / Startseite
organisierte Pilgerreisen Frankreich und Spanien
 
 
  Alle Reise-Routen in Frankreich und Spanien
Reiserouten
 
 
 
Routeninfo Spanien
Camino Francés
Spanischer Jakobsweg von St. Jean nach Santiago
 
ImpressionImpressionImpression
 
 
Camino Francés: detaillierte Beschreibung
Impressionen
 
 
  Von Rabanal nach Villafranca del Bierzo (6.000 E/500 m)
7 km/W + 47 km/R = 54 km

Mehr als 9 Kilometer windet sich das schmale Sträßchen die 400 Höhenmeter zum Rabanal-Pass hinauf. An diesem Tage sind Sie zunächst zu Fuß unterwegs, umgeben von Tälern und Höhenzügen in völliger Stille und Abgeschiedenheit. Weit geht der Blick bei gutem Wetter bis Astorga und in die Meseta zurück. Dass die plötzlich vor einem liegende Ortschaft Foncebadon im 10. Jahrh. Stätte eines spanischen Konzils war und über mehrere Hospitäler verfügte, überrascht, denn was davon übrig blieb, ist ein geisterhaftes Dorf verlassener und eingefallener Häuser, aus deren Fenstern die Leere gähnt. Doch wie zum Trotz erstrahlt in jedem Spätsommer an der breiten, steinigen Dorfstraße eine Eberesche, und ihre roten Beeren leuchten aus dem Grau(en) der Mauern gegen das tiefe Blau des Himmels: Grabmal eines toten Dorfes - oder Lichtblick? Der Anblick der hübschen kleinen Dorfkirche, die vor wenigen Jahren vor dem Verfall gerettet wurde, und der weitere Weg geben Gelegenheit, diesen Metaphern nachzusinnen.
Höher geht es, bis sich ein kleines eisernes Kreuz, auf eine lange Holzstange gesteckt, hinter der letzten Erhebung gegen den Himmel abzeichnet. Sie haben mit der Passhöhe auch den höchsten Punkt der gesamten Strecke auf dem Camino erreicht (1505 m), stehen vor dem "Cruz de Ferro" und werfen vielleicht nach alter Pilgersitte einen mitgebrachten Stein auf den seit Jahrhunderten stattlich angewachsenen Hügel, der den Pfahl umschließt. Glück soll es bringen.
Dies und vor allem gute Bremsen werden verlangt, will man später über 14 km in einer 1-stündigen Abfahrt mit dem Rad 1000 Höhenmeter heil hinunter in das Tal des Bierzo gelangen. Unten dann in Molinaseca ist plötzlich wieder al-les farbenfroh und fruchtbar; Gemüsebauern bewirtschaften ihre Felder, die ersten Maronenbäume kündigen eine wechselnde Vegetation an. Und zwischendurch verbreiten Zistrosensträucher ihre würzigen Düfte.
Über 6 km fahren Sie dann die ruhige Straße weiter durch hügelige Landschaften nach Ponferrada. Mancher empfindet dort die alte Templerburg wie ein Bauwerk aus dem Märchenbuch. Seit Jahren schon baut man an dem verfallenen, weitläufigen Innenbereich, um ihn später für kulturelle Zwecke nutzen zu können.
Nach kurzer Betrachtung steigen Sie wieder auf Ihre Räder und suchen sich die markierten Wege aus Ponferrada (60.000 E) heraus in die Weiten einer kurzen, aber reizvollen Ebene, die ihre Grenze in den vor Ihnen liegenden galicischen Bergen hat. Das Bierzo ist ein gut 20 km breiter Talstreifen, sehr fruchtbar durch das Wasser des Rio Sil, eingebettet zwischen den bereits überwundenen Montes de León und den Cordilleras Cantrabricas mit dem Cebreiro-Pass im Westen. Sie radeln zwischen Obstplantagen und Weinfeldern, kommen durch gepflegte Städtchen, schauen vielleicht in Cacabelos in die am Weg liegende und für ihre Mencía-Weine berühmte Bodega ‚Prada a Tope’ und erreichen über die Nebenstraße das am Rande des Bergmassivs liegende Tagesziel Villafranca del Bierzo.
Die kleine Santiago-Kirche am Ortseingang, eher eine große Kapelle, war im 11. Jahrhundert für die todmüden Pilger bereits Stätte der Vergebung. Galicien vor Augen, schafften es viele nicht mehr über den letzten Pass und erhielten daher am Nordportal, der Puerta del Perdón, den vollen Sündenablass. Ein schlicht gehaltener Innenraum mit wenigen, aber treffenden Akzenten sowie das mit Wildkräutern und Efeu verwachsene Gemäuer machen den Zauber dieses bescheidenen Ortes aus.
Nebenan erwartet den Pilger eine bemerkenswerte Pilgerherberge und mit seinen Bewirtschaftern auch ein besonders herzliches Quartier auf dem Camino. Wer sich dafür interessiert, wird vielleicht bei seinem Rundgang durch das Städtchen dort noch hinein schauen und sich an langen Bänken zu den vielen Pilgern anderer Länder gesellen. Zusätzlich kann man mit etwas Glück am Abend bei Jesus Jato und seiner Familie eine reichhaltige und preiswerte biologische Gemüseküche kennen lernen und sich - bei etwas Geduld – zum Tagesabschluss vom Zauber seiner Quemada, einer Geister beschwörenden Feuerzangenbowle, gefangen nehmen lassen.

zurück zurück   Tagesübersicht

Tag 15
Von Villafranca nach O Cebreiro
Tag 16
Von O Cebreiro nach Portomarin
Tag 17
Von Portomarin nach Arzúa
Tag 18
Von Arzúa nach Santiago de Compostela
Tag 19
Ruhetag in Santiago de Compostela
Tag 20
Abfahrt von Santiago




Seitenanfang Seitenanfang   weiter   Übersicht
  Bild vergrößern